International Center for Networked, Adaptive Production

Prognosefähigkeit für adaptive Prozessketten

Digitale Assistenzsysteme und Technology-Apps in einer vernetzten, adaptiven Produktion unterstützen Mitarbeiter dabei, die Daten im Auge zu behalten, Prozessbedingungen zu kontrollieren und ihre Kompetenzen noch wirkungsvoller einzusetzen. Visualisierungswerkzeuge wie Smartphones, Tablets oder Smart Glasses können Informationen unmittelbar am Ort des Geschehen bereitstellen, sodass flexibel Anpassungen vorgenommen oder Produkte und Prozesse umgeplant werden können.

Modellbasierte Simulationen können wichtige Informationen für Entscheidungen zur Prozess- und Produktoptimierung bereitstellen. Kritische Situationen im Fertigungsprozess oder kurzfristig wechselnde Produktanforderungen der Unikat- oder Kleinserienfertigung werden durch die Software erkannt und berücksichtigt, sodass der Prozessplaner bereits vor dem ersten real gefertigten Bauteil einen hohen Optimierungsgrad erreicht. Der ständige Abgleich von Realdaten mit der dazugehörigen Simulation trägt dazu bei, die Modelle und damit auch die Qualität und Leistungsfähigkeit des Endprodukts immer weiter zu verbessern.

Nutzen digitaler Assistenzsysteme und Simulationen für die Fertigung

  • Prädiktive Planung konkreter Prozessketten und Bearbeitungsfolgen mit Blick auf das gewünschte Bearbeitungsergebnis
  • Tieferes Prozessverständnis durch genauere Simulation der Einzelprozessschritte unter Verwendung aktueller Realdaten
  • Höhere Bauteilqualität bei kürzerer Fertigungszeit durch Anpassung nachgelagerter Prozessschritte
  • Frühere Fehlererkennung und automatisierte Korrektur durch Online-Adaption schon in der laufenden Fertigung

Pilotlinien zum Einsatz prognosefähiger Systeme

Prädiktive Prozesskettengestaltung im Werkzeugbau

Der Werkzeugbau ist dominiert durch eine Unikat-Fertigung, bei der das Prinzip des »First Part Right« erfolgreich umgesetzt werden muss. Unterschiedliche Prozessketten, die vorab modelliert werden, bilden die Basis für eine Bewertung der Prozessdauer, der Bauteilqualität und der Fertigungskosten. Indem sich die Prozesskettenplanung auf dieser Grundlage an unterschiedliche Fertigungsbedingungen anpassen kann, lässt sich das Fertigungsergebnis deutlich besser vorhersagen.

Flexible Auslegung und Produktion von Batteriemodulen

Bei der adaptiven Produktion von Batteriemodulen werden gegebene Restriktionen wie Bauraum, Gewicht sowie elektrische Eigenschaften wie Energie und Leistung berücksichtigt. Durch Verwendung unterschiedlicher Zelltypen sollen geeignete Module in kleiner bis mittlerer Stückzahl hergestellt werden. Als Fertigungstechnologien für die Verbinderelemente kommen das Laserstrahlschweißen und das Laserbonden zum Einsatz. Informationen und Daten, die in den Prozessen gewonnen werden, fließen bereits frühzeitig in die Auslegung der Batteriemodule ein. Eine integrierte Technologie- und Konfigurations-App unterstützt den Anwender bei der System- und der Fertigungsauslegung – und das ausschließlich digital.