Vor einigen Monaten hat die ICNAP Community einen wichtigen Wechsel erlebt: Nach seiner Zeit als Community Manager hat Alexander Kies die Rolle an Jan Hellmich übergeben.

Mittlerweile ist Jan seit einigen Monaten in seiner neuen Position tätig, hat sich gut eingearbeitet und gestaltet die Weiterentwicklung der ICNAP Community aktiv mit. Im Interview spricht er über seine ersten Erfahrungen, seine Motivation in der neuen Rolle und seine Sicht auf die Zukunft kollaborativer Innovation im ICNAP-Netzwerk.

 

Du bist vor Kurzem Community Manager von ICNAP geworden. Wie waren deine ersten Monate?

Da ich bereits 2023/2024 als Study Leader bei ICNAP aktiv war, kannte ich sowohl die Community als auch unsere Arbeitsweise schon gut. Der Wechsel in die Rolle des Community Managers fühlte sich deshalb wie der nächste logische Schritt an.

Besonders beeindruckt hat mich in den vergangenen Monaten die Offenheit unserer Partnerunternehmen und ihre Bereitschaft, Erfahrungen zu teilen und aktuelle Herausforderungen in der Produktion gemeinsam zu diskutieren. Unsere Online-Meetings waren geprägt von lebhaften Diskussionen, interaktiven Workshops und der gemeinsamen Entwicklung neuer Ideen. Jetzt freue ich mich besonders darauf, alle persönlich in Düsseldorf zu treffen. Gemeinsam mit unserem Partner Mitsubishi bereiten wir zwei spannende Tage vor, die noch mehr Raum für Austausch, Networking und Zusammenarbeit bieten werden.

 

Was macht ICNAP für dich besonders?

Für mich ist ICNAP weit mehr als ein Forschungsnetzwerk. Es ist eine Community, in der Unternehmen zusammenkommen, um offen über ihre Herausforderungen zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die einen echten Mehrwert für die Produktion schaffen.

Jeder Partner bringt unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und praktische Anforderungen ein. Genau diese Vielfalt ist eine der größten Stärken der Community. Ob wir über Agentic AI, humanoide Robotik oder andere Zukunftstechnologien sprechen – im Mittelpunkt steht immer die Frage, wie sich diese Innovationen zur Lösung konkreter industrieller Herausforderungen einsetzen und in der Praxis anwenden lassen. Indem wir Forschung und industrielle Erfahrung auf diese Weise zusammenführen, entstehen Lösungen, die sowohl innovativ als auch für den Produktionsalltag relevant sind.

 

Mit welchen Themen wird sich die Community in den kommenden Monaten beschäftigen?

Die Studien in diesem Jahr konzentrieren sich auf Themen, die für produzierende Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnen – darunter Agentic AI und humanoide Robotik.

Unser Ziel geht jedoch über eine reine wissenschaftliche Bewertung dieser Technologien hinaus. Gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen wollen wir verstehen, wo sie einen konkreten Mehrwert schaffen können, realistische Anwendungsfälle identifizieren und praxisnahe Handlungsempfehlungen entwickeln. Die enge Zusammenarbeit innerhalb der Community stellt sicher, dass unsere Arbeit stets von den tatsächlichen Anforderungen der Industrie und nicht allein von der Technologie getrieben wird.

 

Welche Chancen siehst du aktuell für die produzierende Industrie – Stichwort KI und Robotik?

Künstliche Intelligenz wird die Produktion grundlegend verändern, indem sie Entscheidungsprozesse unterstützt, Abläufe optimiert und Wissen leichter zugänglich macht. Insbesondere Generative KI bietet großes Potenzial als intelligente Schnittstelle zu Unternehmenswissen und Fachkompetenz.

Gleichzeitig entwickelt sich die Robotik rasant weiter. Vor allem humanoide Roboter könnten die Automatisierung in den kommenden Jahren deutlich flexibler machen. In Kombination mit Technologien wie Digitalen Zwillingen werden Unternehmen Produktionsprozesse simulieren, validieren und optimieren können, bevor Änderungen in der realen Produktion umgesetzt werden. Die größte Chance liegt jedoch darin, diese Technologien so miteinander zu verbinden, dass sie konkrete industrielle Herausforderungen lösen und einen messbaren Nutzen schaffen.

 

Was können Partnerunternehmen künftig von ICNAP erwarten?

Unsere Partner können sich auch künftig auf eine offene, kollaborative und praxisorientierte Community verlassen. ICNAP bietet eine Plattform, auf der Unternehmen Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und gemeinsam an den Herausforderungen arbeiten, die die Zukunft der Produktion prägen.

Gemeinsam bewerten wir neue Technologien, identifizieren vielversprechende Einsatzmöglichkeiten und entwickeln – wo sinnvoll – erste Lösungskonzepte und Prototypen. Das Ziel bleibt dabei immer dasselbe: Forschung in praxistaugliche Lösungen zu überführen, die einen konkreten Mehrwert für die Industrie schaffen und gleichzeitig die Zusammenarbeit innerhalb der Community stärken.

 

Worauf freust du dich in deiner neuen Rolle am meisten?

Am meisten Freude macht es mir, Menschen zusammenzubringen, die die gemeinsame Ambition teilen, die Zukunft der Produktion aktiv zu gestalten. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnerunternehmen sowie mit Expertinnen und Experten der Fraunhofer-Institute und der RWTH Aachen schafft ein Umfeld, in dem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und neue Ideen entstehen.

Zu sehen, wie aus diesen Kooperationen praxistaugliche Lösungen werden, die Unternehmen tatsächlich umsetzen können, motiviert mich am meisten. Genau diese Brücke zwischen Forschung und industrieller Praxis zu schlagen, ist aus meiner Sicht eine der größten Stärken der ICNAP Community.